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Allgemeine Informationen zur
CE-Kennzeichnungpflicht von Elementen










Allgemeine Informationen zur CE-Kennzeichnungpflicht
von Elementen - DIN EN 13659



1. Allgemeines

Seit April 2006 wird eine Kennzeichnungspflicht für äußere Abschlüsse im Sinne der Bauprodukten-richtlinie gesetzlich vorgeschrieben. Die Bauproduktenrichtlinie sieht eine Konformitätsbewertung des Herstellers für das einbaufertige Bauprodukt vor. Wichtig ist, dass das einbaufertige Element betrachtet wird. Eine CE-Kennzeichnung von Einzelbauteilen (z.B. Profilen) erfolgt nicht. Entspricht das Element den Anforder- ungen der Bauproduktnorm EN13659, so muss der Hersteller eine Konformitätserklärung zu dem Produkt abgeben und das CE-Kennzeichen am Bauprodukt anbringen sowie ein weiteres CE-Kennzeichen auf einem Begleitdokument (Lieferschein, Montage- oder Bedienungsanleitung) mitliefern.

Zunächst sollten im Vorfeld bereits einige Begriffe zu dieser Thematik erklärt bzw. definiert werden, bevor auf den Inhalt der Normen und das genaue Verfahren der Konformittsbewertung eingegangen wird.


2. Begriffe

BPR - Bauproduktenrichtlinie 89/106/EWG:
Gültig seit 1989: Sie legt grundlegende Sicherheits- und Leistungsanforderungen an unseren Abschlüssen fest. Unter „Bauprodukt“ ist jenes Produkt zu verstehen, das hergestellt wird, um dauerhaft in Bauwerke des Hoch- oder Tiefbaus eingebaut zu werden. Das Bauprodukt (hier: Vorbau-, Aufsatzelement) kann sowohl hand- als auch kraftbetätigt sein.

Hersteller:
Als Hersteller ist jener zu bezeichnen, der das Produkt in Verkehr bringt, dabei betrachtet die Bau- produktenrichtlinie das „einbaufertige Bauprodukt“, d.h. das fertigkonfektionierte Element. Im Sinne der Bauproduktenrichtlinie ist somit, der das Bauprodukt erstellende Betrieb der Hersteller. Auch der Montagebetrieb kann Hersteller sein, wenn er das Element mit Komponenten von unterschiedlichen Vorlieferanten zusammenfügt.

EC-Kennzeichnung:
äußeres Zeichen zur Einhaltung der Richtlinien. CE steht für Communauté Européenne, dem französichen Begriff für „Europäische Gemeinschaft“ und ist eine Art „Reisepass“ eines Produktes innerhalb der EU. Die EC-Kennzeichnung dient den Bewachungsbehörden (z.B. in Deutschland die Gewerbeaufsicht, Zollbehörden) zur Gewährleistung des freien Marktes. Ein Produkt ohne CE-Kennzeichen darf in der EU nicht in Verkehr gebracht werden, somit ist die CE-Kennzeichnung gesetzlich vorgeschrieben.

Konformität:
übereinstimmung eines Produktes mit den maßgeblichen technischen Bestimmungen, insbesondere Normen.

Konformitätserklärung:
Mit der Konformitätserklärung bestätigt der Hersteller, dass alle Anforderungen, der in der Erklärung genannten Normen, erfüllt werden und alle derzeit geltenden Normen und Richtlinien eingehalten werden.

Mandatierte Leistungsanforderungen:
Anforderungen, die dem Arbeitsauftrag der Europäischen Kommission entsprechen. Gem der Bauproduktnorm EN 13659 ist die verbindliche Angabe für die Leistungsanforderung der Windlasteigenschaften bei Elementen zu treffen.

Bauartprüfung:
Prüfung durch den Hersteller an einem baugleichen Produkt einer Serie (Baureihe). In der Erstprüfung wird die übereinstimmung der technischen Spezifikationen mit der Norm geprüft. Erspart die Einzelprüfung an jedem Element vor Ort. Das in der DIN EN 13659 - Bauproduktnorm festgelegte Verfahren nach System 4, d.h. Erstprüfung der Elementbaureihen durch den Hersteller. Eine Erstprüfung durch ein unabhngiges Prüfinstitut ist nicht erforderlich.



3. Welche Normen und Richtlinie muss ein Hersteller eines Elementes berück-
 sichtigen?


Die bisherige DIN 18073 wird zurückgezogen und verliert mit der Einführung der DIN EN 13659 - Produktnorm ihre Gültigkeit. Hauptaugenmerk in der DIN EN 13659 wird auf die Windlasteigenschaft gelegt. Für diese mandatierte Leistungsanforderung muss eine Erstprüfung sowie eine werksseitige Produktionskontrolle erfolgen.

Da der Hersteller jedoch die Konformität mit der DIN EN 13659 insgesamt erklärt, sollten alle Anforderungen der Norm erfüllt werden. Die DIN EN 13659 stellt ab April 2006 somit den gültigen Stand der Technik dar.

1) Prüfnormen zur Leistungsbestimmung
  EN 1932 Widerstand gegen Windlast - Prüfverfahren
  EN 13527 Messung der Bedienkraft - Prüfverfahren
  EN 13330 Aufprall eines harten Stoßkörpers - Prüfverfahren
  EN 14201 Mechanische Lebensdauer
  ISO 9227 Salzprüfung
  EN ISO 10077-1 Berechnen des Wärmedurchgangskoefizienten - Vereinfachtes Verfahren


2) SICHERHEITSNORMEN
  EN 1050 Sicherheit von Maschinen - Leitsätze zur Risikobeurteilung
  EN 12045 Motorbetriebene Abschlüsse - Nutzungssicherheit -
  Prüfung und Messung der Schubkräfte


3) Elektrische Normen
  EN 60335 Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch - allgemeine Anforderungen
  EN 60335-2-97 Sicherheit elektrischer Geräte für den Hausgebrauch
  - besondere Anforderungen für Rolllden etc.



4. Welche organisatorischen Anforderungen stellt die Bauproduktnorm an den Her-
 steller?


1) Werksseitige Produktionskontrolle
 Der Hersteller muss Anforderungen an die Produktkomponenten in Form von Richtlinien
 festlegen und den Umgang in Bezug auf die Fertigung der Produktkomponenten in Ver-
 fahrensanweisungen definieren. Sämtliche, unter Befolgung eines festgelegten Prüfplans
 erzielten Prüf- und Inspektionsergebnisse müssen aufgezeichnet werden.

2) Erstprüfung (Eigenprüfung) der Windwiderstandsklassen
  Der Hersteller muss Angaben zum Windwiderstand des Produktes treffen.

3) Erstellen einer Produktdokumentation
 - Betriebsanleitung
 - Montageanleitung
 - Hinweise zur Pflege und Wartung